Offener Brief

an die WZ, alle Parteien, Radio Wuppertal  

27.4.2010 

Vorschläge an die Politiker der Parteien in NRW, wie es für ALLE Kinder möglich sein kann,  mehr zu lernen und zu verstehen

In den Medien wird gesagt, dass Kinder mehr lernen sollen und besser gefördert werden sollen. Das sagen alle Politiker. Die Parteien streiten sich sogar darum, wer am meisten dafür tut. Wir sagen, wir wollen mehr lernen und brauchen mehr Hilfen. Wir sind auf eine Idee gekommen, wie das ganz leicht ginge:

Wir haben an einem Zeitungsprojekt der WZ teilgenommen und zwei Wochen lang jeden Tag die Zeitung gelesen. Seitdem passen wir besser auf, was in den Zeitungen oder Nachrichten steht und sprechen in der Klasse und zu Hause darüber. 

Bald sind in NRW die Wahlen und alle Parteien versprechen, mehr für die Kinder in den Schulen zu tun. Viele schimpfen, dass die Kinder zu wenig lernen und viele Kinder benachteiligt werden. Besonders die Familien, die wenig Geld haben oder nur Hartz IV bekommen, sollen mehr unterstützt werden.  

Wir wollen gerne lernen. Wir wohnen aber in einem Stadtteil, in dem man nicht alles wirklich kennen lernen kann. Deswegen waren wir im Neandertal-Museum. Das war sehr schön. Aber wir haben noch lange nicht alles gesehen und die Führung hat sich nicht so gelohnt.

Wir wollen deswegen wieder ins Neandertaler Museum fahren. Aber das kostet ja dann zusätzliches Geld.

Man müsste für einen Eintritt mehrmals gehen dürfen. 

Die Eltern sollen auch mehr mit den Kindern unternehmen können. Sie sollen sich außerdem um Kurse kümmern können. Aber das geht mit wenig Geld gar nicht. Nicht einmal eine Tageszeitung kann man dann bezahlen. Erst recht keine neuen Bücher, Vereine, die Musikschule oder so.

Kinder, deren Eltern genug Geld haben, können das alles.

Bei der Gelegenheit haben wir überlegt, dass es ungerecht ist, wenn wir so etwas nur selten erleben können. Das ist sehr, sehr ungerecht. 

Warum haben Familien mit Kindern nicht alle die gleichen Rechte und Möglichkeiten? 

Für wen sind die Museen eigentlich gebaut? Wem gehören die?

Unsere Vorschläge:  

Wir möchten kostenlos  viele verschiedene Museen  besuchen können, weil wir dort etwas hinzu lernen und sehen können, was in der Schule so nicht möglich ist. Wir wollen auch andere Ausflüge in den Zoo, die Zooschule, die Umweltstation,  das Industrie-Museum machen, aber das kostet auch viel Geld. Unsere Lehrerin hat uns viele andere gute Museen genannt, wo Kinder viel lernen können:  Beispiele sind: Freilichtmuseum in Hagen, Beethoven-Museum in Bonn, das Engels-Haus, Museum für Frühindustrialisierung, das Museum Baden, das Von der Heydt-Museum, das Bergbaumuseum, das Planetarium. Das sind alles Orte, zu denen man mit dem Bus oder der Bahn fahren könnte. 

Wir wollen auch gerne in den Wald und in die Natur Ausflüge machen, weil wir Tiere und Pflanzen in unserem Schulbezirk kaum noch kennen lernen können. Bestimmt wollen das auch andere Kinder in anderen Schulen. Wir wollen den anderen Schulkindern auch helfen, möglichst viel erklärt zu bekommen.

Deswegen bitten wir mit nettem Ton zusätzlich:   

Wir möchten mit den Bussen kostenlos zu den Museen fahren können, um zu lernen, was andere Kinder schon wissen, die es sich leisten können.

Deswegen erklären wir  jetzt auch, dass nicht nur die Busfahrt und der Eintritt umsonst sein sollen.

Jede Klasse sollte umsonst eine Zeitung bekommen, um das Neueste zu erfahren.

Die Zeitungen fördert auch das Lesen. Jeder sollte informiert sein.

Jeder sollte zu Hause als Schüler umsonst ins Internet auf  gute Schülerseiten kommen können.

Die Hartz IV – Menschen sollten mehr Kindergeld bekommen und mehr Geld für Bildung.

Begründungen, warum das nicht unverschämt ist:

1. Wenn wir das Museum nicht besuchen, ist es trotzdem geöffnet.

2. Wenn wir nicht in den Bus steigen, fährt er ja trotzdem, und auch ohne uns.

3. Wenn wir das Museum toll finden, können wir unsere Eltern gut davon  überzeugen, dass sie mit uns 

    noch einmal hinfahren. Dann ist das eine gute Werbung und das Museum verdient mehr Geld. Das haben 

    einige Eltern unserer Klasse schon gemacht.

4. Wenn wir Geld verdienen, wissen wir, dass es sich lohnt mit Freunden ins Museum zu gehen. Das ist

    auch Werbung.

5. Wenn wir selber groß sind, gehen wir mit unseren Kindern auch ins Museum.

6. Wenn wir viel wissen und ausgebildet sind, ist das gut für unsere Lehrstellen und die Gemeinschaft auch.

Wir wünschten, dass die Politiker oder andere nicht  mit uns angeben oder lügen. Wir möchten, dass sie den Schülern und den Klassen wirklich helfen.

Wir bitten Sie freundlich, dass sich die Politiker oder Zeitungen darum kümmern.

Wir hoffen, dass wir ehrliche Antworten bekommen.

Mit freundlichen Grüßen

Klasse 4 A (Eulenklasse), GGS Opphofer Straße 

Gez.: 20 Kinder (Hasan war leider krank) und die Klassenlehrerin B. Stopka-Nissen